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Reisebericht von Gesine und Kaj Wechterstein - Rüsselsheim

Rundreise - Teilstück Zentrum
Kandy - Bandarawela

Nach frühem Frühstück im Hotel-Suisse kurvten uns die Busse zu einer Anhöhe mit herrlichem Blick über Stadt und See und Buddhastatue. 14 T-Shirt-Verkäufer stehen 33 Fotografen und zwei Videofilmern relativ hilflos gegenüber.

Dann geht die Fahrt zum 6 km entfernten Botanischen Garten von Peradeniya liegt in einer Schleife des Mahaweli Ganga über 60 ha angelegt. Sein Ursprung geht auf das 14 Jahrhundert zuruck. 1821 wurde er der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Er enthält Urwaldriesen aus aller Welt Die gewaltigsten und kuriosesten Bäume gibt es hier: den Kanonenkugelbaum mit wunderschönen Blüten und dichthängenden Kugeln, den Jackbaum mit bis zu siben Kilo schweren eßbaren Früchten von kartoffelähnlichcm Geschmack, den Kopfnußbaum, dessen Frucht ein langer Stil mit einer harten kleinen Kugel ist, der riesige Elefantenfußbaum, aus dem kleine Streichhölzer und Zahnstocher hergestellt werden, vierund vierzig verschiedene Sorten von Palmen, gleichgeschlechtlich, aber auch männlich und weiblich, Mahagoni- und Teakholzbäume und viele andere

Ich beobachtete ein Hündchen, das an einem Baum, den vier Männer kaum umfassen konnten, sein Beinchen zu heben versuchte. Die javanische ficus benjamina. Regendachbaum, durch unzählige Luftwurzeln abgestützt, ist so groß wie ein halbes Fußballfeld. 1000 Europäer oder 1500 Ceylonesen finden unter ihr Platz.

Immer wieder öffnet sich der Blick auf den Mahaweli Ganga. Junge Männer stehen bis zu den Hüften im Wasser und schürfen mit flachen großen Schalen Sand vom Flußboden auf Flöße, die dann zu Lastwagen geschafft werden, wo wieder der Sand, sorgfältig geglättet, zu den Baustellen gefahren wird.

Über Palmenalleen kreisen die fliegenden Hunde, eine große Fledermausalt. Der Bursebaum mit seinen riesigen Wurzeln läßt unsere Bursys über ihre Alinengalerie nachgrübeln Dagegen nimmt sich die cassianodosa, 1967 vom damaligen Bundeskanzler Kiesinger gepflanzt, eher kümmerlich aus. Hin Blick in das Orchideenhaus beendete den zweistündigen Rundgang Vor dem Park fährt ein possierlicher Affe auf einem possierlichen Fahrrad und ernährt so seinen Herrn.

Dann ging es ins Bergland in die Teeplantagen. Die Luft wurde immer klarer, der Himmel immer blauer Pusselawa Plantation hieß die Teefabrik, die wir besichtigten Feuchte Hitze und ein starker Gerbsäuregeruch schlugen uns entgegen. Schmale Arbeiterinnen und Arbeit er, für unsere Begriffe in Lumpen gekleidet, trugen Körbe zwischen Maschinen hin und her,die aus der Generation unserer Großeltern stammten. Lange Riemen und Keilriemen trieben sie an.

Uns wurde der Hergang der Teeherstellung erläutert.Teepflückerinnen (Männer haben wir nicht gesehen) pflücken die obersten zwei Blätter und die zarte Spitze der Teepflanze. 16 Kilo ist das Mindestmaß, wofür es 150 Rupien gibt. Der Tee wird dann in der Fabrik getrocknet, wobei Heißluft zugeführt wird. Das dauert 6 bis 12 Stunden. Dann wird er gerollt. Dabei werden die Zellen zum Platzen gebracht. Der Saft tritt aus. Jetzt können die Substanzen oxidieren, die dem Tee Geschmack verleihen. Es folgt das Rollenbrechen auf einem mechanischen Sieb. Über die geschmackliche Qualität entscheidet die Fermentierung Tee fermentiert dadurch, daß die Gerbsäure in den Blättern aufgrund von Enzymen oxidiert Siebe sortiern die Teekrümel in verschiedene Größen, wobei die größeren die geschmacklich wertvolleren sind und die kleinsten, vom Boden zusammengefegt, unsere Teebeutel füllen. Zum Schluß erfolgt die Geschmacksprüfung

Die Frage, die den mitteleuropäischen Teekenner bewegt, lautet: was ist die höchste Teequalität? Höchste Teequalität hat der Tee, der nur aus den feinen Trieben der Teepflanze gewonnen wird. Hier unterscheidet man Silber- und Goldspitzen. Letztere sind besonders fein und aromatisch..

In den Teeplantagen arbeiten Hochlandtamilen, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu Hunderttausenden von den Engländern in Südindien angeworben wurden Sie leben in line Houses(Baracken). Wir sahen die Teepflückerinnen unter sonnigem Himmel Aber Tee wird auch bei Regen und Nebel gepflückt. Wer aus dieser Existenz dicht am Lebensminimum fliehen möchte, landet in Colombo in den Slums.

Der Maschinenpark der Teefabrik war über 70 Jahre alt und beschäftigte viele Personen, die den Tee in Körben vom Trockenraum zur Maschine und von der Maschine zum Sieb trugen.Was auf den Boden fiel, wurde zusammengekehrt. Moderne Maschinen würden all diese Arbeitsgänge ersparen, aber auch die Arbeitsplätze würden eingespart. So arbeiten die alten Maschinen mit billigen Arbeitskräften.

Nach der Besichtigung wurde die Gelegenheit zum Einkauf genutzt. Mittag aßen wir in einem staatlichen Restaurant - wie immer wunderschön gelegen Neben uns aß eine Familie mit den Fingern. Man sagt, das sähe ästhetisch aus. Hier allerdings nicht - oder waren es die Kinder, die Reis und Soße auf dem Tischtuch verteilt hatten? Einzeln zu kassieren hätte in diesem durchbürokratisierten Betrieb bis zum Abend gedauert. Nuwan bezahlte und kassierte schnell und unauffällig im Bus.

Nachmittags gab es eine weitere Gelegenheit zum Teeshopping in einer anderen Teefabrik.Mich reizten die fotogenen Teehänge der Teeplantage. Eine Teepflückerin ließ sich gegen par Rupien fotografieren. Ich fotografierte sie auch wegen ihres ärmlichen Aussehens. Aber das Foto zeigt, wieviel Charme sie hat in ihrer ärmlichen, aber sauberen Kleidung. Dann ging es in die Regionen des Gemüseanbaus. Der Himmel bezog sich Es wurde kühler Terrassenförmig sind die Felder an den steilsten Hängen angelegt und müssen nach jedem Monsun wieder angelegt werden. Wir sahen viele fleißige Menschen hoch über uns und tief unter uns in den Feldern.

Bei einem Halt zum Gemüsekauf standen wieder Jungen und Mädchen um die Busse und bettelten und freuten sich unglaublich, wenn sie etwas ergattern konnten Sie waren barfuß und trugen löchrige Pullover. Die Luft in dieser Höhe ist kalt, aber der Boden vom Tag noch warm. Wir durchquerten Nuwara Eliya und versuchten Engländervillen zu erspähen. Aber auch dieser Ort geht mit der Zeit. Unser Ziel ist Bandarawela Hotel. Hier fanden wir die englische Kolonialzeit. In unserer frisch gestrichenen Badewanne (ziegelrot) hat sicher schon so mancher englische Major gebadet. Nachdem wir letzte Nacht unter dem Billardzimmer mit all den Höhen und Tiefen einiger Billiardspiele verbracht hatten, zog diesen Abend jemand über uns um: Bett nach vorne, Schrank nach hinten...

Zum Dinner gab es unter anderem einen großen Fisch. Wie ist er wohl in diese Höhe gekommen? Nach dem Dinner machten wir Stadtbummel. Das Nachtleben von Bandarawela ist auch nicht mehr das, was es früher war. Bergab ging es in die Dunkelheit, bergauf zu einem Kiosk, oder war es ein Laden oder ein Supermarket? Jedenfalls war es Gelegenheit für einige, ihre Vorräte an Bonbons oder Schreibblöcken für die Kinder zu ergänzen.

Der Hotelfernseher bringt Nachrichten aus Sri Lanka. Zu Hause soll es schneien und frieren. Die kühle Luft im über 1000 Meter hohen Bandarawela läßt uns gut schlafen.

Gesine und Kaj Wechterstein

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